Wird geladen …
Wird geladen …
Immozeit Ankauf Newsletter
Ausgewählte Angebote aus der Region Stuttgart / Ludwigsburg und fundierte Immobilien-Tipps. Jederzeit abbestellbar.

Viele Eigentümer in Schleswig-Holstein stehen vor einer ähnlichen Ausgangslage: Eine Immobilie soll oder muss verkauft werden — wegen einer Erbschaft, eines Umzugs, einer Trennung oder weil das Objekt nicht mehr genutzt wird. Die erste Frage ist selten die nach dem besten Weg. Die erste Frage ist: Was ist das überhaupt wert? Und die zweite, dicht dahinter: Wie viel Abschlag bedeutet ein Direktverkauf, und wann ist er trotzdem der richtige Weg?
Wer diese Fragen ohne verlässliche Grundlage beantwortet, verhandelt im Dunkeln — ob mit einem Makler, einem Ankäufer oder einem privaten Interessenten. Dieser Artikel beschreibt, wie eine realistische Wertermittlung funktioniert, welche öffentlichen Datenquellen in Schleswig-Holstein zur Verfügung stehen und wann welcher Verkaufsweg wirtschaftlich sinnvoll ist.
Die gesetzliche Grundlage für die Wertermittlung von Immobilien in Deutschland ist die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV), in der aktuellen Fassung seit 2021 in Kraft. Sie definiert drei anerkannte Wertermittlungsverfahren — welches davon zur Anwendung kommt, hängt vom Objekt und von der verfügbaren Datenlage ab.
Das Vergleichswertverfahren nach § 24 ff. ImmoWertV leitet den Wert aus tatsächlich erzielten Kaufpreisen vergleichbarer Objekte in ähnlicher Lage ab. Grundlage ist die Kaufpreissammlung des zuständigen Gutachterausschusses — eine laufend aktualisierte Datenbank aller beurkundeten Transaktionen im Zuständigkeitsbereich. In bevölkerungsdichten Teilen Schleswig-Holsteins wie dem Kreis Pinneberg, Stormarn oder der Landeshauptstadt Kiel gibt es in der Regel ausreichend Vergleichsverkäufe, um verlässliche Werte abzuleiten.
In strukturschwächeren oder dünn besiedelten Regionen — Teilen von Dithmarschen, dem Kreis Schleswig-Flensburg oder Küstenzonen Nordfrieslands außerhalb touristisch gefragter Lagen — ist die Transaktionsdichte geringer. Das macht Vergleichswerte unsicherer und erhöht die Streubreite eines realistischen Marktwerts erheblich.
Das Ertragswertverfahren nach § 27 ff. ImmoWertV ermittelt den Wert auf Basis der nachhaltig erzielbaren Jahresnettomiete. Vom Rohertrag werden Bewirtschaftungskosten abgezogen, um den Reinertrag zu ermitteln; dieser wird mit dem regionalen Liegenschaftszinssatz kapitalisiert. Der Liegenschaftszinssatz ist ein regional festgestellter Wert der Gutachterausschüsse, der das lokale Renditeniveau des Immobilienmarkts widerspiegelt. In einer Hochschulstadt wie Kiel oder einer Grenzstadt wie Flensburg liegt er anders als in einer Gemeinde im Kreis Plön oder Rendsburg-Eckernförde.
Das Ertragswertverfahren ist das Standardverfahren für Mehrfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser sowie gewerbliche Objekte. Für selbstgenutztes Wohneigentum findet es in der Praxis seltener alleinige Anwendung.
Das Sachwertverfahren nach § 35 ff. ImmoWertV addiert den Bodenwert — abgeleitet aus dem Bodenrichtwert — und den Gebäudesachwert, also die Herstellungskosten abzüglich Alterswertminderung. Es kommt zum Einsatz, wenn weder ausreichend Vergleichspreise vorliegen noch ein Ertragswert ableitbar ist: bei Spezialimmobilien, landwirtschaftlichen Anwesen oder Objekten in sehr dünnen Märkten. Der errechnete Sachwert wird in der Praxis häufig durch einen Marktanpassungsfaktor korrigiert, der ebenfalls aus Gutachterausschusskennzahlen stammt.
Der Bodenrichtwert ist der wichtigste öffentlich verfügbare Anhaltspunkt für den Lagewert eines Grundstücks. Er gibt den durchschnittlichen Wert des Bodens pro Quadratmeter für eine bestimmte Zone an — er sagt nichts über das Gebäude darauf. Die Gutachterausschüsse in Schleswig-Holstein stellen die aktuellen Bodenrichtwerte über das bundesweite BORIS-D-Portal sowie das Landesgeoportal Schleswig-Holstein zur kostenlosen Abfrage bereit. (Stand: Oktober 2026)
Was Bodenrichtwerte leisten können und was nicht: Sie zeigen Lagewerte für eine Zone, keine Einzelgrundstückswerte. Sondermerkmale eines Flurstücks — Grundstückszuschnitt, Bebaubarkeit nach BauNVO, erschlossene Fläche, Hanglage, Lärmbelastung — können den tatsächlichen Bodenwert erheblich vom Richtwert abweichen lassen. Als grober Orientierungsrahmen taugen Bodenrichtwerte gut; als belastbare Einzelbewertung sind sie ein Ausgangspunkt, kein Ergebnis.
In Schleswig-Holstein gibt es Gutachterausschüsse in den kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster sowie in jedem der elf Landkreise. Jeder veröffentlicht seine eigenen Kaufpreissammlungen, Liegenschaftszinssätze und statistischen Übersichten. Die regionalen Unterschiede im Datenumfang und in der Abfragetiefe sind erheblich — ein Auszug aus der Kaufpreissammlung ist bei den meisten Gutachterausschüssen kostenpflichtig, aber deutlich günstiger als ein vollständiges Gutachten.
Ein seriöser Direktankäufer ermittelt den Wert nach denselben anerkannten Verfahren. Der Unterschied liegt nicht in einer anderen Bewertung, sondern in einer anderen Kalkulation: Was der Ankäufer zu zahlen bereit ist, hängt von seinen eigenen Kosten und Risiken ab — und die sind real.
Das Ergebnis: Ein faires Direktankaufangebot liegt unterhalb dessen, was ein optimal vermarktetes Objekt in einem langen Bieterprozess erzielen könnte. Das ist kein Zeichen schlechter Absichten, sondern die Konsequenz einer ehrlichen Kalkulation. Wer das versteht, kann ein Angebot sachlich einordnen — und entscheiden, ob der Unterschied seinen Preis wert ist.
Die entscheidende Frage ist nicht ob der Direktankaufpreis niedriger ist — das ist er in aller Regel. Die richtige Frage lautet: Was ist Ihnen die Preisdifferenz wert, gemessen an dem, was Sie dafür bekommen?
Ein ehrlicher Artikel über Direktankauf muss auch sagen, wann er die falsche Wahl ist — und das ist in einer Reihe von Situationen eindeutig der Fall.
Bevor Sie mit einem Ankäufer, einem Makler oder einem Gutachter sprechen, können Sie mit wenigen Schritten einen realistischen Rahmen erarbeiten:
Hinweis: Die hier genannten Angaben zu Gesetzen und Verordnungen sind zur allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.
Ein Verkehrswertgutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen kostet je nach Objektkomplexität und Honorarvereinbarung mehrere Hundert bis einige Tausend Euro. Es ist in der Regel dann sinnvoll, wenn der Verkauf streitig ist — Erbauseinandersetzung, Scheidungsverfahren —, wenn außergewöhnliche Objektmerkmale eine Einschätzung erschweren oder wenn der Kaufpreis gerichtsfest dokumentiert werden muss. Für eine fundierte eigene Einschätzung vor einem ersten Gespräch reicht in den meisten Fällen eine sorgfältige Recherche auf Basis der oben genannten öffentlichen Datenquellen.
Wer weiß, in welchem Korridor sein Objekt liegt, kann jedes Angebot einordnen — ob es aus einem Direktankaufgespräch kommt, von einem Makler oder von einem privaten Interessenten. Ohne diese Grundlage lässt sich weder eine gute noch eine schlechte Entscheidung verlässlich erkennen.
immozeit arbeitet in Schleswig-Holstein über Partner vor Ort und gibt Ihnen eine unverbindliche Einschätzung — ohne Vermarktungsauftrag und ohne Druck. Wenn der Direktankauf die richtige Lösung für Ihre Situation ist, besprechen wir die Konditionen transparent. Wenn ein anderer Weg wirtschaftlich sinnvoller ist, erfahren Sie das ebenfalls. Den ersten Schritt machen Sie über das Formular auf dieser Seite.
Über den Autor
Redaktion · Immozeit Ankauf
Das Redaktionsteam von Immozeit Ankauf. Wir schreiben über den Immobilienmarkt in der Region Stuttgart, Ludwigsburg und Kornwestheim — aus der täglichen Praxis unseres inhabergeführten Maklerbüros.
Mehr über ImmozeitWeiterlesen

Immobilienbewertung
Marktwert oder Ankaufspreis? Erfahren Sie, wie Immobilien in Schleswig-Holstein bewertet werden und wann der Direktverkauf wirklich die bessere Wahl ist.
immozeit Redaktion · 09. September 2026

Immobilienbewertung
Wert Ihrer Immobilie in Schleswig-Holstein ermitteln: Ankauf oder Makler? Ehrliche Analyse der Bewertungsverfahren und Entscheidungshilfe. Jetzt informieren.
immozeit Redaktion · 09. September 2026